Die Biene und der Lenz

Zitat

    Ziehst du dein goldnes Röckchen an?
    Die goldnen Stiefeln auch?
    O Bienchen, Vöglein wohlgemut
    Mit leichtem Sinn und leichtem Blut,
    Was locket dich das Sonnenlicht?
    Was lockt dich Blütenhauch?

    Was summst du lustig hin und her,
    Hast nie des Spiels genug?
    Der Lenz ist kurz, du süßes Kind,
    Dich faßt der Strom, dich nimmt der Wind,
    Dich bringet um den Blütenraub
    Der Menschen List und Trug.

    Wohl zieh ich an den goldnen Rock
    Und kleid‘ in Gold den Fuß,
    Leicht ist mein Blut und leicht mein Sinn,
    In Freuden ich geboren bin;
    Drum locket mich das Sonnenlicht
    Und Blumenliebesgruß.

    Der Lenz ist kurz, das Leben schnell,
    Drum flieg‘ ich schnell dahin;
    Mein Frühlingsschein, mein Blumenreich,
    In jedem Kelch mein Bettchen weich,
    Auf jeder Flur mein Leben bunt –
    Drob trag‘ ich frohen Sinn.

    O Bienchen, Vöglein wohlgemut,
    O süßes Frühlingskind!
    Horch‘, horch‘, wie klagt die Nachtigall
    Im Erlenbusch mit Trauerschall!
    Auch sie im Lenz geboren ist,
    Doch nur auf Trauern sinnt.

    Wohl höre ich die Nachtigall,
    Ihr Klagen fromm und still;
    Sie ist die schmerzenreiche Frau,
    Ihr Trauerkleid ist dunkelgrau;
    Doch sprich, warum ich trauern soll,
    Weil sie nicht froh sein will?

    Schau‘ her, wie bebet Strauch und Laub
    Im jungen Sonnenschein!
    Wie küssen sich die Blumen lieb!
    Und rufen: Kleiner Honigdieb,
    Komm, sammle Blumenliebeskost!
    Denn dieser Lenz ist dein.

    O Vöglein, Vöglein wohlgemut,
    Mit goldnem Flügelpaar!
    O leichtes Leben frommer Brust!
    Zieh mich zum Lenz, zu seiner Lust,
    Und mache mir mit Liebesglanz
    Die trüben Augen klar.

    Ernst Moritz Arndt, 1805

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    Was für ein Tag…

    Ein Tag zum

    Loslassen

    Irgendwann bist du an einem Punkt, wo du begreifst, dass du nicht mehr zu kämpfen brauchst, weil es dich nicht weiter bringt.

    Du begreifst, dass du nichts mehr tun kannst… musst.

    Du kannst nichts erzwingen. Wenn du das begreifst, fällt erst alles in sich zusammen und dann ist Stille…

    und dann….wird plötzlich alles leicht und leer in dir.

    Du fängst an loszulassen, woran du dich geklammert hast, an Hoffnungen, Menschen oder Dinge aus deiner Vergangenheit, die du so nicht akzeptieren wolltest… konntest.
    Du begreifst, dass du all das nicht mehr ändern kannst, egal wie sehr du daran glaubst, egal wie sehr du es dir wünscht.

    Egal wie sehr du dagegen kämpfst.

    Egal wie weh es tut.

    Was geschehen soll, das geschieht.

    Was gehen will, das geht.

    Was bei dir sein will, das bleibt oder kommt aus freiem Willen zu dir zurück.

    Irgendwann sind die Schmerzen  und die Angst loszulassen vorbei.
    Dann befreist du dich allmählich auch von Ängsten, Schuldgefühlen und Zwängen. Von all dem was DICH festhält.

    Und du gehst deinen Weg… packst deinen Koffer mit dem was übrig blieb.

    Ein Koffer voller Erfahrungen, Erkenntnisse und Erinnerungen.

    Dein Weg liegt vor dir, du siehst ihn noch nicht, aber du fühlst, es ist soweit,

    du beginnst wieder …mit dem ersten Schritt!

    © Manuela Kuschel
    (gefunden heute morgen bei Betz)

    Teichhuhn am Wegesrand

    Ein kleiner Spaziergang in Münster an der Aa. Der kleine Geselle pickte eifrig im Gras und ließ sich überhaupt nicht von einem dahergelaufenen Paparazzo stören…